Kommentar: Seth Kallen im Forbes Interview über Künstlermanagement

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Dieser Artikel ist ein Kommentar des tamanguu Mitgründers Johannes Ripken zu folgendem Artikel: “How to manage Pop Stars like X Ambassadors” mit dem Künstlermanager Seth Kallen.

Vor ein paar Tagen las ich dieses interessante Interview auf der Forbes-Website mit Seth Kallen und hatte direkt einige Gedanken dazu, die ich als “Lesson learned” für Künstlermanagement mit euch teilen möchte. Seth Kallen ist ein erfolgreicher und erfahrener Künstlermanager aus New York.

Ich ziehe im Folgenden die Essenz aus dem Interview and ergänze das durch fachliches Hintergrundwissen. Lest aber unbedingt auch das gesamte Interview, ihr werdet einiges mitnehmen!

Die Rolle des Managers

Zu Beginn des Interviews beschreibt Seth die Rolle des Managers mit einer Reihe von Metaphern und Sätzen:

“Ein Manager ist Kapitän des Schiffes, General der Armee, (…) Du bist dem Künstler und der Musik am nächsten. Es ist die innigste Beziehung der Branche. Ich weiß von ihren Hoffnungen, von ihren Problemen, von ihren Familien und finanziellen Schwierigkeiten. Der Manager ist der zentrale Punkt für alles, was mit kurz- und langfristigen Zielen zu tun hat. Du bist das Sprachrohr dieses Künstlers für die Industrie, und natürlich bist du auch der Therapeut für den Künstler. (…) Du versuchst, ein Team zusammenzustellen, das helfen kann, ihre Karriere voranzubringen. Ich arbeite für den Künstler, sie arbeiten nicht für mich.”

Der letzte Satz ist ausschlaggebend für die langfristige Entwicklung des Künstlers. Die Identität des Künstlers muss das Schiff und die Besatzung navigieren (um die Metapher von Seth zu verwenden). Andernfalls wird das Schiff wegen fehlender Authentizität und Leidenschaft des Künstlers nicht reibungslos und nicht langfristig laufen. Wenn du als Manager nicht in der Lage bist, begeistert von der Identität deines Künstlers zu sein, dann bist du der falsche Manager für diesen Künstler.

Passion und Sympathie für den Künstler und dessen Musik

“Ich bin ein Fan! Die Leute lachen mich manchmal aus, weil ich meistens in der ersten Reihe singe.” “Die primäre Frage, die ich mir stelle, ist, ob ich diese Musik liebe und ob ich diese Person liebe? Ich höre mir ihre Musik einen Monat lang an, und wenn ich es nicht satt habe, bin ich dabei.” “Wir sind Freunde und wir sind gerne zusammen - das ist mir sehr wichtig”

Hier wird deutlich, wie essentiell die emotionale Beziehung zwischen Künstler und Manager ist. Sowohl auf musikalischer Ebene als auch auf persönlicher müssen die ähnlichen oder sogar gleichen Vorstellungen herrschen. Diese Beziehung geht weit über eine rein geschäftliche hinaus. Das ist nicht nur für die eigene Motivation und den Glauben an einen Künstler relevant, sondern auch, um Externe wie Medien- und Kollaborationspartner mit dem Enthusiasmus anzustecken und für sich zu gewinnen.

Kontinuität

“Es ist eine Kombination aus dem Auslösen kleiner Brände und dem ständigen Sicherstellen, dass wir immer mehr Fans begeistern.”

Seth Kallen beschreibt, dass man immer fokussiert bleiben muss, kontinuierlich die Aufmerksamkeit der Fans und Medien auf sich ziehen muss, damit die Fanbase wächst. Das ist Kontinuität im Künstlermanagement.

“Wir dachten, ihr neues Album wäre fertig, aber er schreibt immer noch bessere Songs. Anstatt für drei Wochen in Urlaub zu fahren, sagte er mir, ich solle Treffen mit Co-Autoren in Los Angeles einrichten. Es geht immer weiter.”

Es ist also nicht allein das Management, das kontinuierlich und aktiv am Prozess beteiligt ist, gleichermaßen ist es auch am Künstler, die selbe Kontinuität zu leben und Eigeninitiative zu zeigen.

Ganzheitlicher Ansatz an Künstlerentwicklung und Künstlermanagement

An mehreren Stellen des Interviews wird deutlich, dass Seth Kallen einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt, was sein Künstlermanagement betrifft.

“Ich tendiere dazu, wirklich detailliert mit Panama Wedding zu arbeiten. Ich setze Kopfhörer auf und notiere: ‘Vielleicht ändert ihr den Text’ oder ‘Macht den Song schneller’ oder ‘Nehmt die Gitarre raus’. Und mit den X-Ambassadors diskutieren wir darüber, ob wir Lieder veröffentlichen sollen, die abseits des Mainstreams liegen, oder Lieder, die die Leute erwarten.”

Musikalische Künstlerentwicklung ist ein sehr sensibles Thema, da es um die Inhalte der Künstler mit der höchsten emotionalen Verbindung geht: die Musik. Künstlermanager sollten hier individuell abwägen, wie intensiv sie hier Einfluss nehmen und auch - von ihren eigenen Kompetenzen ausgehend - nehmen können.

“Ich mochte es, mit den Jungs über ihre Vision, die Songauswahl und das Erstellen einer MySpace-Seite zu reden.”

Hier wird auch der vielfältige, ganzheitliche Job eines Künstlermanagers deutlich. Die Vision des Künstler ist Teil des strategischen Managements, Songauswahl nah an der Musik, die Pflege der MySpace Seite (damals), was heute gleichbedeutend ist mit Spotify, Facebook, YouTube, Instagram oder Twitter. Letzteres zeigt, dass es heutzutage mehr Möglichkeiten gibt, aber es somit auch komplexer geworden ist, das Management wirklich ganzheitlich zu bewerkstelligen.

“Erstens: Jeden Tag Musik schreiben und dabei offen sein für Kritik, Lernen und Gedeihen. Zweitens, sei live großartig. Wenn du vor jemandem singen und ihn in einen Fan verwandeln kannst, wirst du ihn dazu bringen, deine Songs zu streamen. Und drittens, sei einfach ein guter Mensch.”

Dieser letzte Ratschlag, was Künstler für ihn mitbringen müssen, schlägt in die gleiche Kerbe der ganzheitlichen Qualitäten, die eine erfolgreiche Künstlerkarriere und dessen Management erfordert.

Der Rest des Interviews ist durchaus interessant, relevant und voller Anekdoten, wie er seine Künstler nach vorne gebracht hat. Zwischen den Zeilen kann man beim Lesen des Interviews erahnen, wie viel Arbeit das Schaffen der Strukturen und Beziehungen erfordert. Ohne einem gut aufgebauten und gepflegten Netzwerk zu den wichtigen Entscheidern bei Medien- und Kooperationspartnern sowie Brancheninsidern hätte er bei diesen nur mit viel Glück Gehör gefunden. Nun ja, und Glück gehört hier und da auch dazu.

Hier ist noch einmal der Link zum vollen Interview des Forbes Magazins: “How to manage Pop Stars like X Ambassadors” mit dem Künstlermanager Seth Kallen*


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