VIDEO: Die Kraft des Networkings - Eva Ries

VIDEO: Die Kraft des Networkings - Eva Ries

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Teil 2 unserer Videoserie “Die Kraft des Networkings”

Die Musikbranche ist, wie die anderen Kreativbranchen auch, ein Paradebeispiel für die Kraft des Networkings. Denn gerade in diesen Branchen geht es viel um kreative Prozesse und Dienstleistungen und damit auch um eine emotionale Verbundenheit zum eigenen Schaffen. tamanguu führt in dieser Serie Video Interviews mit interessanten Persönlichkeiten der Branche über deren Erfahrungen, Wissen und Einstellungen zum Thema Networking und Relationship Management.

Wir freuen uns und sind stolz, dieses Interview mit der international erfahrenen, hochkarätigen Künstler-Managerin Eva Ries zu führen, die seit 25 Jahren in den USA in verschiedenen Positionen tätig gewesen ist. Herausragend sind ihre Management-Aktivitäten für RZA / Wu-Tang Clan, ihre Position als Vice President International Marketing bei Sony Music und ihre A&R- und General Manager-Aktivitäten für BMG Ariola mit dem Signing von DJ Tomekk feat. Curse “Ich lebe für Hip Hop”.

Zum Nachlesen findet ihr das vollständige Transkript hier:

Hallo Eva, danke dass Du heute da bist und Zeit für uns gefunden hast. Bitte stelle dich unseren Zuschauern doch einmal kurz vor.

Mein Name ist Eva Ries, ich bin jetzt seit September 2017 wieder in Mannheim, hier komme ich ursprünglich her. Davor war ich knapp 25 Jahre in den USA als Künstlermanagerin von RZA (Anm. der Redaktion: Kopf und Hauptproduzent des Wu-Tang Clans).

1. Zum Anfang direkt mal Hand aufs Herz: wie sieht denn die Realität bei dir aus, findet netzwerken wirklich nur noch online statt?

Ich networke eigentlich nur von Angesicht zu Angesicht. Ich schreibe nicht gerne irgendwelche Emails oder Facebook-Nachrichten, die sagen „Hallo ich bin die So und So, ich möchte gerne etwas von Ihnen“. Man muss sich dann ja sowieso treffen, um sich kennenzulernen, also was soll das dann. Ich bin auch immer noch eher die Person, die zum Telefon greift und anruft, weil ich außerdem auch der Meinung bin, in dem Moment, wo du das Gegenüber am Telefon hast, kann man auch sofort viele Dinge klären, die man im Schreiben gar nicht klären kann, oder die missverständlich sind. Weil du hörst aus der Stimme des anderen eine gewisse Nuance raus. Also ich finde psychologisch ist ein Telefonanruf auf jeden Fall besser als irgendeine geschriebene Nachricht, wenn man sich nicht Face-to-face sehen kann.

2. Du bist der Managerin eines internationalen Künstlers. Hast du Unterschiede beim Networking in den einzelnen Ländern festgestellt?

Zunächst einmal bin ich jemand, der das Networking für sehr wichtig hält. Aber ich plane es nie wirklich, ich mache es sowieso. Für mich ist es keine unangenehme Aufgabe, ich habe keine Angst vor dem Networking. Da hat mir Amerika, glaube ich, sehr geholfen, denn dort ist Networking wichtiger als in Deutschland. In Amerika sind die Kinder grundsätzlich darauf vorbereitet, sich zu vernetzen, ein Selbstvertrauen aufzubauen und dieses auch zu projizieren, so dass auch andere dieses Vertrauen in dich haben, dass du es tatsächlich tun kannst. Denn wenn man irgendwo reinkommt und sagt: “Ja, ich kann das Tor beim Fußball schießen” oder “Ja, ich kann in einem Team arbeiten und ich habe den Mut, einen Marketingplan zu schreiben”, dann ist es wahrscheinlicher, dass es gelingt. In Deutschland gibt es oft die Grundhaltung “Ich bin mir nicht sicher, ob ich es schaffe. Vielleicht, vielleicht auch nicht.” Ich habe sehr stark bemerkt, wie unterschiedlich die beiden Länder in dieser Hinsicht sind.

3. Auf welche Herausforderungen bist du beim Networking bisher gestoßen?

Also Herausforderungen gibt es bestimmt einige beim Networking. Obwohl mir tatsächlich kein einziger Fall einfällt, wo ich jemanden nicht kennengelernt habe, den ich wirklich kennenlernen wollte. Ich habe mir da immer einen Weg gesucht, an die Person dran zu kommen. Ich bin da allerdings auch kreativ. Ich bin dann auch ein bisschen besessen von der Idee: ich arbeite mich dann rein, wie ein Ermittler. Dabei gehe ich das Thema von allen Seiten an und überlege mir: wenn ich jetzt durch den Weg nicht drankomme, vielleicht weiß ein anderer etwas, wie ich Erfolg haben könnte. Ich kenne keinen Fall in dem ich aufgegeben und jemanden nicht kennengelernt habe. Entweder es war nicht so wichtig, oder ich habe alle Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt und jeden Stein umgedreht, um dahin zu kommen.

4. Oftmals haben Menschen ja eine Hemmschwelle, flüchtige Kontakte zielgerichtet anzusprechen. Wie kann man diese deiner Meinung nach am besten überwinden?

Also grundsätzlich muss man sich immer wieder sagen: was ist das Schlimmste, was passieren kann, wenn man sich wirklich irgendwo blamiert. Worst-Case-Szenario ist immer irgendjemand findet das aufdringlich, albern, oder sagt „Die ist ein bisschen aggressiv vorgegangen“. Mehr kann ja eigentlich passieren, außer, dass dich jemand ablehnt, oder? Die meisten Leute haben Angst vor der Ablehnung. Klar, jeder möchte angenommen werden, jeder will beliebt sein. Aber man muss da dann auch trennen: im beruflichen Networking lehnt dich ja niemand persönlich als Mensch ab. Sondern er lehnt dich ja höchstens ab, weil er in dem Moment, mit der Idee oder deinem Anliegen, das du hast, nichts anfangen kann. Aber das ist ja keine Ablehnung von dir als Person, sondern nur von der Sache. Und das muss man mental trennen. Man muss sich das vielleicht auch einfach schönreden und sagen, Networking macht Spaß. Dann klappt das auch besser.

5. In unserer Arbeitswelt verschwimmen die Grenzen zwischen privaten und beruflichen Kontakten. Kann man das überhaupt trennen in der Musikbranche & wenn ja, wie?

Durch die professionellen Kontakte, egal ob Kollegen, Künstler, Klienten oder Kunden – ich war ja auch lange selbstständig, da hatte ich Kunden – irgendwann wird man befreundet. Es gibt nur ganz wenige mit denen ich nicht privat befreundet bin, mit denen ich aber professionell zusammengearbeitet habe. Natürlich nicht in großen Unternehmen, wie etwa Sony, wo es 450 Mitarbeiter gibt, natürlich kann man nicht mit allen befreundet sein, aber mit den engsten schon. Und mit fast allen von meinen Künstlern, mit denen ich länger zu tun hatte, habe ich dann irgendwann eine Freundschaft entwickelt. Ich würde sagen, das ist schwer zu trennen für mich.

6. Wenn du Networking vor der Digitalisierung und heute miteinander vergleichst – was hat sich verändert?

Ich weiß es nicht, vielleicht bin ich da auch die Falsche gefragt zu werden, ob sich was verändert hat. Denn ich immer noch die alte Methode habe mein Networking zu betreiben. Ich kann gar nicht sagen, dass ich da einen wahnsinnig großen Unterschied feststellen kann. Facebook benutze ich zum Beispiel überhaupt nicht, um professionell zu Networken. Ich habe kein Instagram, ich habe kein Twitter. Ich glaube irgendwann bist du auch in einer anderen Altersklasse, in einer anderen Generation, dann hast du auch einfach keine Lust auf solche Sachen. Ich selbst komme mir vor, wie ein Relikt aus der Vorzeit. Ich glaube man hat früher so genetworked: nehmen wir mal an jemand hat dir gesagt „Du, ich wollte dir mal einen Tipp geben schau mal hier ist ein Job frei, den und den kannst du mal anrufen“. Dann hat man von der Person eine Nummer bekommen und hat denjenigen angerufen, so mache ich das aber heute ja auch noch. Ich glaube ganz ehrlich, wenn man sich das mal nüchtern anschaut, dass dieses Online-Networking nur dazu dienen kann, dass man sich zu einem richtigen Treffen verabredet. Und dann trifft man sich und tauscht sich aus. Und wer einem dann nicht sympathisch ist, mit dem networked man dann auch nicht weiter. Wie willst du das denn alles online machen? Du kannst die Person ja gar nicht online einschätzen. Und was ich gerade auch so schlimm finde ist das in der Musikindustrie auch viele „Möchtegerns“ unterwegs sind und du kannst ja diese „Möchtergern-Verhalten“ nicht von dem echten Verhalten unterscheiden, ohne diese Person zu treffen. Ich könnte das jedenfalls nicht. Denn in der Online-Darstellung ist ja jeder Supermann oder Superfrau. Da ist ja auch so viel gefälscht und geschönt, dass du, wenn du Wert legst auf diese Beziehung, gar nicht drum herum kommst, sich zu treffen.

7. Eine letzte Frage zum Schluss: welche Tipps hast du für unsere Zuschauer, die ihr Netzwerk aufbauen und pflegen wollen?

Also grundsätzlich halte ich sehr viel davon auf Tagungen zu gehen. Früher gab es die Popcom heute gibt es das Reeperbahn Festival. Es gibt da natürlich noch andere Veranstaltungen, z.B. im internationalen Bereich die Billboard Convention, diese ganzen Sachen sind sehr wichtig. Denn nirgendwo triffst du so viele Entscheidungsträger, wie bei diesen Veranstaltungen. Und vor allem: du kannst dir ja in aller Ruhe, auch, wenn du selbst noch ein ungeschriebenes Blatt bist, kannst du dir die Vorträge dieser Leute anhören – also solche, die schon in höheren Positionen in dieser Branche sind – über Online-Marketing oder Marketing allgemein, über Live-Business, Publishing – was auch immer die machen. Und dann dir überlegen: ist das jemand, der mich potentiell interessiert? Könnte der mich eventuell weiterbringen. Könnte ich in seiner Firma einen Job finden. Und wenn dem so ist, ist es natürlich gut, wenn du vorher deine Hausaufgaben machst, also weißt, wer die Person ist und dir eben seine oder ihre Vorträge anhörst. Was sie vielleicht sonst noch veröffentlicht oder in Interviews gesagt haben. Das kann man ja alles daheim recherchieren. Und dann kann man auf die Leute zugehen und zwar nicht wie ein Trottel, sondern wie jemand, der schon etwas weiß. Also das ist mit Sicherheit das, was am meisten zum Erfolg führt. Und das ist auch gut investiertes Geld. Meistens sind diese Messen, Conventions oder Branchentreffs recht teuer. Also beispielsweise das Reeperbahn Festival kostet glaube ich 240 Euro, wenn man das alles mitmachen will. Aber du bekommst massenhaft zurück. Und man lernt Leute in einem zwanglosen Umfeld kennen, z.B. bei den Showcases oder Konzerten. Da stehen ja einige Musikmanager im Raum neben oder hinter dir. Und dann muss man einfach ein bisschen aus dir rausgehen und sagen: Hallo ich bin So und so, wer bist Du? Und dann kommst du schon mit den Leuten ins Gespräch. Und ich denke so entwickelt sich immer etwas. Für mich war das am Anfang meiner Karriere sehr wichtig zu diesen Veranstaltungen zu gehen und präsent zu sein.

Alles zur Interviewserie “Die Kraft des Networkings”:
Einführungsartikel zur Networking-Serie “Netzwerk gut, alles gut!”
Interview mit Leandra Preissler (Künstlermanagerin)


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