VIDEO: Die Kraft des Networkings - Asli Kaymaz

VIDEO: Die Kraft des Networkings - Asli Kaymaz

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Teil 3 unserer Videoserie “Die Kraft des Networkings”

Die Musikbranche ist, wie die anderen Kreativbranchen auch, ein Paradebeispiel für die Kraft des Networkings. Denn gerade in diesen Branchen geht es viel um kreative Prozesse und Dienstleistungen und damit auch um eine emotionale Verbundenheit zum eigenen Schaffen. tamanguu führt in dieser Serie Video Interviews mit interessanten Persönlichkeiten der Branche über deren Erfahrungen, Wissen und Einstellungen zum Thema Networking und Relationship Management.

Diesmal haben wir die junge Künstlermanagerin Asli Kaymaz interviewt, die in zwei interessanten Bereichen der Musikbranche Erfahrungen gesammelt hat. Sie arbeitete für Universal Music Deutschland, hauptsächlich als Talent-Scout für deren Entdeckungs- und Vertriebsplattform Spinnup. Seit 2015 arbeitet sie als Assistentin der Geschäftsführung bei der Künstleragentur Chimperator Live GmbH, die für einige Top10-Künstler aus Deutschland wie CRO, Bausa oder Namika verantwortlich ist.


Zum Nachlesen findet ihr das vollständige Transkript hier:

Hallo Asli, danke dass Du heute da bist und Zeit für uns gefunden hast. Bitte stelle dich unseren Zuschauern doch einmal kurz vor.

Ich bin die Asli, ich bin 24 Jahre alt. Ich studiere aktuell den Master in „Music and Creative Industries“ in Mannheim an der Popakademie. Davor habe ich meinen Bachelor in Stuttgart gemacht – da komme ich auch her – an der Hochschule für Medien in Medienwirtschaft. Im Rahmen dessen habe ich ein Praktikum bei Universal gemacht im A&R-Bereich. Dort bin ich dann hängen geblieben und habe das Praktikum verlängert und bin in den Digital-Bereich gerutscht. Ich bin quasi vom einen ins nächste reingerutscht. So kam ich auch zu Spinnup, einer Distributionsplattform für ungesignte Künstler, wo ich seit zwei Jahren als Talentscout aktiv bin. Nach meinem verlängerten Praktikum bin ich zurück nach Stuttgart und habe für zwei Jahre bei Chimperator Live als Booking-Assistentin und Assistentin der Geschäftsführung gearbeitet. Parallel habe ich noch meinen Bachelor gemacht und direkt im Anschluss, also 2017, den Master angefangen.

1. Kannst Du uns vielleicht einen deiner Kernmomente in Sachen Networking beschreiben?

Für mich war tatsächlich ein Kernmoment, wie ich zu meinem Job bei Chimperator gekommen bin – das kam über Spinnup. Wir hatten ein Talentscout-Meeting, wo ich richtig viele Leute kennen gelernt habe, von denen ich vorher noch nie was gehört oder gesehen habe. Das war alles total aufregend. Dort habe ich dann einen Typen kennen gelernt, der aus Tübingen kommt und der mit den Chimperator-Jungs ganz gut im Kontakt ist. Dem habe ich erzählt, dass ich zurück nach Stuttgart gehe und gerade schaue, wo ich unterkomme und was ich so machen kann. Über dieses Gespräch bin ich dann bei Chimperator reingekommen. Er hat mich mit den Jungs connected, ich habe mich beworben und hab dann einen Job bekommen! Das war für mich auf jeden Fall ein Kernmoment.

2. Warum ist Networking in der Musikbranche deiner Meinung nach so wichtig?

Warum Networking noch wichtig ist, vor allem in der Musikbranche…Es gibt eigentlich wenig Leute, die alle Kompetenzen vereinen, um z.B. ein Signing zu machen, ein Album raus zu bringen mit Video, Promo und Marketing – alles was man eben im Rahmen von Musikveröffentlichungen braucht. Auch Booking und Publishing und solche Sachen..Du hast einfach wenige Menschen, die alles können. Wenn überhaupt einen! Und dazu brauchst Du halt eben auch Networking. Du musst die Leute kennen lernen, Du musst dir ein Team zusammenstellen können, Du musst auch fähig sein, richtig zu entscheiden. Künstler passen vielleicht nicht mit den Leuten zusammen, mit denen sie arbeiten sollen aber dafür mit Leuten, die Du auf dem Reeperbahnfestival oder an der Popakademie kennengelernt hast. Es gibt viele unterschiedliche Optionen und Du brauchst für die verschiedenen Optionen die richtigen Leute. Deswegen ist Networking total wichtig.

3. Bist du beim Networking mal auf Herausforderungen oder Hindernisse gestoßen?

Es gibt auf jeden Fall Herausforderungen oder Hindernisse beim Networking. Das ist ja eine total persönliche Sache erstmal. Für mich persönlich muss da erstmal die Laune stimmen. Wenn ich in einer scheiß Laune auf ein Event komme oder wenn ich irgendwo bin, wo auch die Leute nicht so interessant sind, dann kann mir das schon krass im Weg stehen, wenn die Laune erstmal nicht passt oder man sich grad nicht danach fühlt…Wenn auch die Unterhaltung nicht so anläuft und man sich mit der Person eigentlich gar nicht so gut versteht aber eigentlich gerne mit ihr zusammen arbeiten würde..Was da hilft ist, wenn man auch mit anderen Leuten zusammen auf ein Event geht und sich dadurch in einer lockereren Runde bewegt. Was daran allerdings ein Problem sein könnte ist, wenn man zu sehr in seiner comfort zone verweilt und dann erst Recht nicht rausgeht. Das ist ein ganz schmaler Grad – man sollte es locker angehen aber eben auch nicht zu locker. Dann würde man sich ja unnötig auf dem Netzwerk-Event befinden, wenn man gar nicht networked.

4. Findet Networking deiner Meinung nach häufiger „online“ als „offline“ statt?

Also bei mir nicht. Klar, man nimmt mit Leuten online Kontakt auf. Egal, ob man sie kennt oder nicht kennt. Aber Networking findet hauptsächlich auf Events statt, z.B. dem Reeperbahn Festival, Future Music Camp, selbst Parties und so Sachen..Die bringen viel mehr, als wenn Du Leuten einfach nur schreibst. Ich treffe mich eher mit den Leuten, als dass ich ihnen nur schreibe. Mir ist auch Mimik und Gestik wichtig, dieses Kennenlernen eben.Ich finde, da schenkt sich eigentlich nichts. Man muss beides pflegen aber der persönliche Kontakt geht vor.

5. Hast Du Tipps, wie man seine Hemmschwelle zum Networking überwinden kann?

Ich finde, man kann es üben, Hemmungen abzubauen. Wenn man sich tatsächlich vorbereitet auf die Events bzw. Veranstaltungen. Man weiß meist schon im Voraus, wer alles da sein wird. Man kann sich über die Personen informieren, man kann sich über Projekte, die da aktuell laufen, informieren und sich einfach drauf vorbereiten: Mit wem spreche ich? Kenne ich Leute, die schon mal mit der Person gesprochen haben? Man kann auch Einstiege ins Gespräch üben – auch wenn es ekelig klingt – kurz und knapp formulieren können wer man ist und was man kann, dir hören Leute nicht die ganze Zeit zu. Du hast tatsächlich maximal 20-30 Sekunden Zeit, um eine Person von dir zu überzeugen, das ist der erste Eindruck. Und das kannst du üben.

6. Die Grenzen zwischen Beruflichem und Privatem auf sämtlichen Plattformen und Social-Media-Kanälen verschwimmen in Zeiten der Digitalisierung ja immer mehr. Findest Du die Trennung von Beruflich und Privat schwierig? Und ist es deiner Meinung nach überhaupt möglich, das in der Musikbranche zu trennen?

Ich finde die Trennung zwischen privaten und beruflichen Kontakten in sozialen Medien..mh..ich weiß nicht, ob ich es wirklich schwierig finde oder nicht. Es ist eine aktive Entscheidung, wie nah man die Leute an sich ranlässt. Wenn du Leute beruflich kennen lernst, mit denen auf Facebook eine Freundschaft eingehst..oder Instagram following und solche Sachen..du erfährst dort halt so viele persönliche Sachen, dass es sich direkt wie ein privater Kontakt anfühlt. Da muss dir dann einfach bewusst sein, dass es vielleicht nicht so ist, dass du der Person vielleicht nicht einfach schreiben kannst: „Yo, was geht ab?“ Da muss man dann ein bisschen formeller bleiben. Ich finde, man sollte fähig sein, das zu trennen aber ja, die Grenzen verschwimmen auf jedenfall komplett. Du weißt meist gar nicht mehr, wo du Leute kennen gelernt hast, die in deinem Feed auftauchen. Aber da muss man einfach selber versuchen, den Überblick zu behalten.

7. Wie pflegst Du deine Kontakte? Hast du irgendein System oder Tool, um deine Kontakte zu organisieren?

So ein Tool habe ich nicht, wäre aber eigentlich ganz gut. Sonst bin ich sehr stark auf sozialen Medien unterwegs und bekomme quasi immer mit, wer wo grad was macht und wie er involviert ist. Wenn mich das interessiert oder wenn ich etwas interessantes für die Person habe oder andersrum- wenn da halt irgendwie ein Bond zustande kommt, dann nehme ich eben darüber Kontakt auf oder eben telefonisch oder Email, falls vorhanden. Das ist natürlich ´ne krasse Gelegenheit, wenn man den Leuten einfach schon online schreiben kann. Kontaktpflege? Selten. Wenn ich an die Leute denke, wenn es da überhaupt persönliche Geschichten zu gibt, wenn ich Leute einfach mal auf einem Event kennen gelernt habe, ohne dass man tatsächlich persönliche Geschichten ausgetauscht hat, dann fällt es schwer, diesen Kontakt zu pflegen. Dann heißt es eher dran bleiben, wenn man sich wieder sieht.

8. Hast Du vielleicht Tipps für unsere Zuschauer zum Thema Networking?

Ein Tipp ist, wenn man Veranstaltungen vor sich hat, wo jemand da ist, den man kennen lernen möchte, aber man merkt, dass man grad einfach nicht fähig ist – siehe die Hemmungen, wie eben schon angesprochen- dann ist das nicht schlimm. Die Person kommt wieder oder ist anderweitig erreichbar. Man darf da nicht so krass verkopfen, nicht so viel drüber nachdenken. Authentizität und Ehrlichkeit steht für mich immer an erster Stelle und wenn jemand zu mir kommt, der auch einfach offen ist und mir nichts vorspielt, dann unterhalte ich mich viel lieber mit der Person und das sehe ich auch andersrum. Ich würde niemals zu einem Menschen gehen und ihm gefaked etwas erzählen oder so. Auf jeden Fall ehrlich sein! Seid so wie ihr seid und bereitet euch auf jeden Fall vor. Und wie gesagt, üben. Und lächeln!

Alles zur Interviewserie “Die Kraft des Networkings”:
Einführungsartikel zur Networking-Serie “Netzwerk gut, alles gut!”
Interview mit Leandra Preissler (Künstlermanagerin für Mine, Novaa)
Interview mit Eva Ries - (Künstlermanagerin für RZA, Wu-Tang Clan)


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