Music Industry Insight: A&R und Networking bei Tjark Hartwig, Four Music

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“Das Thema Netzwerken ist essentiell. Du musst einfach viele Leute kennen.” (Tjark Hartwig, A&R-Manager, Four Music, Sony Music)

Wenn man sich als Künstler entscheidet, seine Leidenschaft professionell zu betreiben, bringt das so einige Entscheidungen mit sich: Wer kann mir bei welchen Dingen helfen? Wie muss ich auftreten? Wie komme ich überhaupt an irgendwelche Kontakte? Brauche ich eigentlich ein Label? Das sind alles Fragen, mit denen sich ein junger Künstler beschäftigt - aber nicht nur der Künstler, auch Labels beschäftigen sich genau mit diesen Themen: **wie kann das eigene Netzwerk erweitert werden? Was braucht ein Künstler, damit er gesigned wird und wo finde ich diese Künstler?

Zum diesem Thema hat sich tamanguu mit Tjark Hartwig, A&R-Manager beim Berliner Label Four Music unterhalten.

Tjark selbst bezeichnet seinen Job, “Artist & Repertoire”, als Schnittstelle zwischen den Plattenfirmen und dem Künstler bzw. dem Künstlermanager. Die Hauptaufgabe eines A&R Managers besteht darin, neue Künstler zu akquirieren und neue Talente zu entdecken. Nun ist es für viele Künstler ein undurchsichtiges Feld, wie man von einem Label denn nun wirklich “entdeckt” wird. Tjark beschreibt den Suchprozess - wie seine gesamte Arbeit - als nicht standardisiert. Er hört sich zugeschickte physische Tapes mit aufwendigen Covern und Booklets an, bekommt E-Mails, stöbert durch Soundcloud und YouTube, geht auf Konzerte oder hört Musiker auf der Straße.

Netzwerk

Im Endeffekt ist der essentielle Punkt in der Arbeit im Musikbusiness das Netzwerken. Es kommt darauf an, viele Leute zu kennen, so Tjark. Und genau das ist das A und O jedes Akteurs in der Musikindustrie, egal ob Künstler, Manager oder Dienstleister: man muss auf dich aufmerksam werden und das, was du tust, und dich als Person mögen. Das passende und sich ständig erweiternde Netzwerk ist also ein Muss.

Branchentreffen, wie das Reeperbahn Festival, auf denen 24/7 Networking betrieben wird, sind durchaus nicht nur was für Manager. Auch als Künstler hast du hier die Chance, neue Leute kennen zu lernen und dich und deine Projekte vorstellen zu können. Der persönliche Kontakt ist auch im Hinblick auf die Zusammenarbeit zwischen Label und Künstler essentiell, denn wie wir alle wissen: it’s a people’s business. Die persönliche Komponente ist Tjark besonders wichtig, denn der Künstler muss zum Label passen und genauso andersherum. Wortwörtlich trägt der Künstler ein Label auf sich, mit dem er sich voll identifizieren sollte.

Merke: Neben der Musik ist die persönliche Komponente essentiell. Suche dir ein Netzwerk, das zu dir passt - musikalisch wie persönlich.

Künstlereigenschaften

Dem allgemein durch die Köpfe schwirrenden Mythos, man müsse bereits fertig entwickelter Künstler mit perfektem Demo sein, um einen Label Deal zu ergattern, möchte Tjark entgegentreten. Im Idealfall, so Tjark, hat der Künstler natürlich Talent, eigene Songs zu schreiben, eine tolle Stimme, Charisma und etwas zu erzählen. Vor allem Inhalte sind enorm wichtig: kennt man seine Story und weiß sie zu erzählen, ist bereits ein Pluspunkt gewonnen. Doch den perfekten Künstler gibt es nicht. Manchmal kann es auch nur eine Emotion sein, die er oder sie vermittelt. Es ist das gewisse Verhältnis zwischen diesen Eigenschaften und letztlich sieht es Tjark als seine Aufgabe, das “Gesamtpaket” durch das Herausarbeiten und Hinzufügen noch nicht ausgereifter Eigenschaften zu komplettieren. Bevor diese Zusammenarbeit allerdings passiert, ist es im Idealfall die Aufgabe des Künstlermanagers, die Eigenschaften des Künstlers zu ordnen und die Story herauszuarbeiten, um Aufmerksamkeit generieren zu können. Das fertige Paket muss also noch nicht vorhanden sein, du solltest dir allerdings als Künstler oder Künstlermanager deinen Stärken und Schwächen bewusst sein und offen für Veränderung und Entwicklung sein.

Merke: Habe etwas zu erzählen und sei offen für Neues.

Fokus

“Man muss sowieso gar nichts”, erzählt Tjark. Man muss nicht zu einem Label, um erfolgreich zu sein, ein guter Musiker ist man auch ohne Label. Letztlich ist das Entscheidende das, was der Künstler mitbringt. Der Mehrwert, der ein professionelles Umfeld mit sich bringt, wirkt sich vor allem im Hinblick auf das Netzwerk aus. Um langfristig erfolgreich zu sein, muss der Künstler die Möglichkeit haben, sich auf seine Leidenschaft und sein Talent zu fokussieren, während ein Netzwerk bestehend aus Manager, Booking Agentur, Verlag, etc. an der Außen- und Innenwirkung arbeiten kann. DIY hat heutzutage durchaus seine Berechtigung. “In erster Linie schreibst du einen richtig geilen Song”, so Tjark. Den kann man über die sozialen Medien, mit Soundcloud sowie anderen relevanten Plattformen und Digitalvertrieben selbst promoten. Ab einem gewissen Punkt jedoch, der durch eine bestimmte Reichweite erlangt wird, sind Labelstrukturen hinsichtlich der Manpower hilfreich.

Merke: Hast du bzw. dein Künstler bereits ein breites Netzwerk, ist ein Release in DIY-Manier durchaus machbar und sinnvoll. Fehlt dir dieses, lässt sich das essentielle Netzwerk durch die Arbeit mit einem Label entwickeln, denn “das Thema Netzwerken ist essentiell. Du musst einfach viele Leute kennen” - sowohl der A&R als auch der Künstler und Künstlermanager.

Weitere Tipps zum Thema Networking geben unsere Interviewpartner in unserer Video-Serie “The Power of Networking”:

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“Weshalb ein starkes Netzwerk entscheidend für den Erfolg ist”

“Das Beste aus Networking Events herausholen”

In diesem Sinne: Happy Networking!


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