Music Industry Insight: Die 10 Regeln des persönlichen Networkings (Bobby Owsinski)

Music Industry Insight: Die 10 Regeln des persönlichen Networkings (Bobby Owsinski)

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Es ist zugegebenermaßen schon ein wenig her, dass ich den Blogartikel “The 10 Rules of Personal Networking” von Musikindustrie Master Mind Bobby Owsinski entdeckt habe. Seitdem hatte ich mir vorgenommen, einen Blogartikel dazu als Ergänzung hier im tamanguu Blog zu schreiben. Endlich ist es soweit!

Bobby Owsinski beschreibt in dem Artikel aus seinem Buch The Music Business Advice Book: 150 Immediately Useful Tips From The Pros 10 wichtige Regeln fürs Business Networking und den Aufbau von Beziehungen.

Eine Erkenntnis, mit der Bobby seinen Artikel beginnt, ist heute wichtiger denn je:

“Es ist egal, wie talentiert du bist. Solange niemand hört, was du machst, wirst du dein ganzes Leben nur in den eigenen vier Wänden Musik machen.”

Das ist angesichts der unaufhörlich steigenden, täglichen Uploads bei Spotify (derzeit: 40.000 Tracks pro Tag) und der allgemeinen Demokratisierung von Musikproduktion, -vertrieb, -promotion und -konsum durch die Digitalisierung und Globalisierung nicht verwunderlich.

In diesem Artikel gehe ich mit meinen Ergänzungen auf jede der 10 Regeln von Bobby Owsinski etwas detaillierter ein, ohne auf die Ausführungen im Buch konkret einzugehen.

1. Gehe dorthin, wo du andere Player und Leute treffen kannst, die dir helfen

Für jede Branche und in jedem Land gibt es wichtige Messen, Conventions, Konferenzen oder Business Festivals - so natürlich auch in der Musikindustrie. Ich war selbst erst kürzlich auf der c/o pop in Köln als Speaker und letztes Jahr auf Events wie Reeperbahn Festival, Sonic Visions, Most Wanted: Music, Live at Heart oder das Future Music Camp, um nur ein paar in Deutschland und europäischen Ländern zu nennen. Das Tolle ist: Diese Veranstaltungen sind konzipiert für Business Networking, Weiterbildung und Promotion.

Nach wie vor sind persönliche Treffen der effektiveste Weg, andere Personen kennen zu lernen und Beziehungen aufzubauen oder zu pflegen. Bei den Konferenzen kommen sie zusammen an einen Ort. Es wäre ungleich zeitaufwendiger und teurer, die Personen in ihren Büros zu treffen, die gesammelt zu den Networking Events und Konferenzen kommen. Zusätzlich triffst du deine Kontakte bei den Events in lockerer Atmosphäre und kannst eine wesentlich persönlichere Beziehung aufbauen, als bei Treffen in deren Büros.

2. Bleib locker und sei kein Stalker

Locker bleiben! Das ist beim Networking definitiv ratsam. Keiner mag beim Networking eine angespannte, angestrengte Stimmung und das ist auch nicht hilfreich, wenn du eine Beziehung aufbauen möchtest. Mit dem richtigen Mindset und der richtigen Vorbereitung triffst du Menschen auf Augenhöhe, was definitiv hilft, sich nicht unnötig unter Druck setzen zu lassen, egal wer vor dir steht.

Dem Tipp, kein Stalker zu sein, kann ich nicht vollständig zustimmen, sondern würde es sogar in der Vorbereitung auf ein Treffen empfehlen, wenn du die erlangten Informationen intelligent subtil einsetzt. Was heißt das genau?

Es ist für Business Networking Events sinnvoll, vorab Termine mit den interessanten Personen zu machen. Konferenzen bieten den Delegierten in der Regel eine Liste der Besucher, teils sogar in einer Community/Event App. Ohne Zweifel werden die Speaker von Vorträgen und Panels öffentlich kommuniziert.

Wenn man nun mit den gewünschten Personen Treffen vereinbart hat, macht es Sinn, sich ein genaueres Bild von der Person zu machen und Anknüpfpunkte bzw. Gemeinsamkeiten in den sozialen Medien zu finden. Wenn dies eine intensive Suche erfordert, fühlt man sich hier schon manchmal als Stalker. Die Kür ist es, die gefundenen Informationen intelligent zu nutzen. Sicherlich ist es keine gute Idee, beim Treffen mit der Tür ins Haus zu fallen und Details der Person offensiv zu nutzen, wenn sie nicht wissentlich von beiden wahrgenommen wurden. Ein paar Beispiele hierzu:

  • Kontakt postet etwas in den sozialen Medien und du reagierst darauf: Hier besteht kein Zweifel, dass es direkt in der persönlichen Konversation genutzt werden kann.
  • In den Tiefen des Internets entdeckst du, dass dein Kontakt passionierter Volleyballspieler ist: Wenn diese Information in den gängigen Netzwerken nicht offensichtlich erkennbar ist, muss sie mit Bedacht verarbeitet werden. Zum Aufbau einer Beziehung bieten sich insbesondere Gemeinsamkeiten. Wenn du also ebenfalls Volleyball mit Begeisterung spielst, ist es eine Variante, bei Gelegenheit von den eigenen Erfahrungen mit Volleyball zu erzählen. Der Gesprächspartner hat nun die Chance zu entscheiden, ob er an das Thema anknüpfen möchte. So führst du subtil zu dem Thema hin, ohne es aufzudrängen.
  • Du bist mit dem Kontakt über LinkedIn oder XING verbunden und es steht recht prominent, dass dein Kontakt an der gleichen Universität studiert hat: Dies ist eine Steilvorlage, um mit dem Kontakt in Erinnerungen zu schwelgen und sich über diese gemeinsame Erfahrung auszutauschen. Da diese Information direkt im Profil ersichtlich ist, musst du keine Scheu haben, dieses Wissen zu nutzen. Ich selbst habe an der Popakademie Baden-Württemberg, der Universität in Kiel und der University of Bolton in England studiert. Insbesondere bei ehemaligen Studenten der Popakademie ist die gemeinsame Erfahrung ein großer Anker beim Beziehungsaufbau, weil die Popakademie eine sehr kleine Universität ist. Bei größeren Universitäten ist das Zusammengehörigkeitsgefühl gegebenenfalls nicht fakultätsübergreifend stark ausgeprägt.

3. Hinterlasse einen bleibenden, positiven Eindruck

Auf Business Networking Events trifft man viele Personen. Meistens sind geplante Treffen auf 30 oder 60 Minuten getaktet. Hinzu kommen spontane Treffen, die in der Regel zwischen 15 und 30 min dauern, je nachdem, wieviel Zeit man gerade hat. Da können an mehrtägigen Konferenzen eine Menge neue Kontakte zusammenkommen. Umso wichtiger ist es, dass du bei den interessanten Kontakten in guter Erinnerung bleibst. Hierfür ist es unerlässlich, mit dem richtigen Networking Mindset in die Treffen zu gehen. Das Networking Mindset vermitteln wir in unseren ersten Einheiten der kostenlosen, email-basierten Business Networking Master Class. Menschen kooperieren lieber mit Menschen, die sie sympathisch finden.

4. Stelle viele Fragen und 5. Fokussiere dich auf deine Kontakte, nicht auf dich

Fragen zu stellen hat mehrere Vorteile und nur einen Nachteil, wenn man den so bezeichnen möchte.

Vorteil 1: Du erfährst viel über den Kontakt, wie zum Beispiel die aktuellen Herausforderungen und Bedürfnisse, Einstellungen, Arbeitsweisen, Anknüpfungspunkte, Gemeinsamkeiten.

Vorteil 2: Du vermittelst dem Kontakt eine Wertschätzung, indem du zuerst zuhörst. Dadurch entsteht dir gegenüber eine positive Grundeinstellung.

Vorteil 3: Du kannst von den Erfahrungen des Kontakts lernen. Wenn der Kontakt bei Herausforderungen, die dir noch bevorstehen, Erfahrungen gesammelt hat, kannst du sie schneller lösen.

Vorteil 4: Du kannst deine Sprache an deinen Kontakt anpassen. Wenn ich unsere tamanguu Anwendung einem Kontakt erklären soll, verwende ich unterschiedliche Worte oder Anwendungsbeispiele, je nachdem, ob ich mit einem Musikmanager, Unternehmensberater, Unternehmer oder Selbständigen spreche. Ohne zu wissen, welche Herausforderungen und Bedürfnisse mein Gesprächspartner hat, wird meine Vorstellung sehr generisch und vermisst emotionale Anknüpfungspunkte beim Gegenüber.

Nachteil: Es kann passieren, dass du nur wenig oder sogar gar keine Zeit hast, dich umfassend vorzustellen oder auf deine Themen einzugehen. Keine Sorge! Es werden die Möglichkeiten dazu kommen, wenn du den Kontakt nicht einschlafen lässt und kontinuierlich die Beziehung in kleinen Schritten nach diesem ersten Treffen aufbaust.

6. Halte deine Visitenkarte bereit, aber gib sie nur auf Anfrage heraus und 7. Frag nach der Visitenkarte deines Kontaktes

Visitenkarten sind trotz der digitalen Vernetzungsmöglichkeiten nach wie vor sehr relevant beim Business Networking. Für viele ist es auf Networking Events ein Ritual, das mehrere Aussagen signalisiert:

  • Du bist interessant, lass uns gerne weiter in Kontakt bleiben.
  • Ich vertraue dir. Schließlich stehen auf der Karte die persönlichen Kontaktinformationen.
  • Der Austausch von Visitenkarten hilft beiden Gesprächspartner in Erinnerung zu bleiben, insbesondere, wenn sie ein spezielles Design hat.
  • Die Visitenkarte hat Werbewirkung und vermittelt die Qualität des eigenen Unternehmens, wenn sie hochwertig ist.
  • Aber auch: Ich habe keine Zeit mehr. Das Gespräch muss zum Ende kommen.

Die Visitenkarte sollte allerdings nicht zusammenhangslos und inflationär verteilt werden, weil sie dann ihre Wirkung und Symbolkraft verliert. So wäre es beispielsweise paradox, die Karte bei der Begrüßung zu überreichen, wenn noch gar keine Konversation stattgefunden hat.

8. Sei mit guten Fragen vorbereitet, wenn sich die Gelegenheit ergibt

Dieser Tipp ist ein Ergebnis aus der Vorbereitung des Gesprächs sowie den Erkenntnissen aus den gestellten Fragen.

Aus der Vorbereitung sollte hervorgehen, dass die folgenden Punkte passen:

  • Du weißt, was deine aktuellen Herausforderungen und Ziele sind.
  • Du weißt, was dein Gesprächspartner für Wissen und Erfahrungen hat.
  • Es gibt einen Fit zwischen den beiden oberen Punkten.

Wenn man im Gespräch den Tipps 4 und 5 folgt, sollte der Weg für gute Erkenntnisse im Gespräch frei sein. Das Schöne an Fragen ist, dass man damit das Gespräch führen kann. Eine Frage gibt nämlich nicht nur das Thema vor, in das sich das Gespräch bewegt, sondern ist auch eine Aufforderung an den Gesprächspartner, genau zu diesem Thema zu antworten.

Außerdem kannst du mit Fragen recherchierte Informationen über den Kontakt verifizieren und für die Zukunft nutzbar machen.

Wenn es also mein Ziel ist, zu einem Kontakt eine persönliche Beziehung aufzubauen, dann versuche ich Gemeinsamkeiten zu identifizieren. Dabei hilft es ungemein, wenn ich aus der Recherche weiß, was der Kontakt für Interessen, Erfahrungen hat oder was er erlebt hat.

9. Schick ein Follow Up, aber ohne zu pitchen und 10. Pitche nur, wenn der Kontakt antwortet

Es ist absolut notwendig, nach einem Business Networking Event per Email ein Follow Up zu schicken. Ich treffe auf solchen Events in der Regel zahlreiche Menschen. Es ist dementsprechend sehr fordernd, sich Details des Besprochenen von allen Gesprächen zu merken. Daher mache ich mir auf Business Networking Events zwischendurch über die vorherigen Gespräche Notizen.

Wenn in den Tagen und Wochen danach die Erinnerung weiter schwindet, dann sind nicht nur die Informationen verloren, sondern auch der Kontakt. Schließlich ist eine Follow Up Mail nicht nur gut als Erinnerungsstütze, sondern auch als Wertschätzung und Dankbarkeit für den Kontakt einzustufen. Um es hart aber realistisch einzustufen: Ohne Follow Up war der Aufwand umsonst, überhaupt die Kontakte zu treffen. Vergeudete Zeit für dich und den Kontakt!

Der Follow Up sollte keinen Pitch des eigenen Angebotes enthalten. Das wirkt aufdringlich, zu werbend und desinteressiert für den Kontakt. Ausnahme: Ihr habt das genau so besprochen. Gepitcht wird nur, wenn der Kontakt antwortet und somit auch Interesse an einem Aufbau der geschäftlichen Beziehung zeigt.

Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter als Tipp 10. Bevor du dein Angebot pitchen solltest, gib deinem neuen Kontakt einen Mehrweit. Hilf deinem Kontakt bei seinen Herausforderungen, Problemen und Bedürfnissen! So baust du eine Beziehung auf, erlangst das Vertrauen des Kontaktes, positionierst dich als Experte und wirst eine größere Offenheit und Aufmerksamkeit erfahren. Auch auf dieses Thema gehen wir im Detail in unserer kostenlosen Business Networking Master Class ein.

Fazit

Bobby Owsinski hat hier 10 hervorragende Regeln fürs Business Networking bei und nach Networking Events aufgestellt. Ich hoffe, du konntest aus meinen Ergänzungen eine Menge mitnehmen.

Wenn du in der Musikwirtschaft unterwegs bist, kann ich dir seinen Music Business Blog und seine Bücher wie The Music Business Advice Book wärmstens empfehlen.

Außerdem interessant in diesem Zusammenhang:

“VIDEO Serie: The Power of Networking”

“Das Beste aus Networking Events herausholen”

In diesem Sinne: Happy Networking!


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Beziehungen sind in der Wirtschaft und heutigen Relationship Era so signifikant wichtig, dass man sagen kann: Ohne starke Beziehungen bist du nicht erfolgreich! Gleichzeitig kostet der Aufbau von Beziehungen viel Zeit, die man häufig im beruflichen Alltag nicht hat. tamanguu begleitet und strukturiert dein Business Networking mit Fokus und klaren, intelligenten Handlungsempfehlungen, um Geschäftsbeziehungen effektiver und effizienter aufzubauen und zu pflegen.

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Kommentar: Dorie Clark über Networking als Introvertierte

Kommentar: Dorie Clark über Networking als Introvertierte

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Als Newsletterempfänger von Dorie Clark (Keynote Speakerin, Buchautorin von “Stand Out Networking”) wurde ich auf einen sehr tollen, zu tamanguu passenden Artikel im Harvard Business Review aufmerksam, in dem sie auf die Herausforderungen und Lösungsansätze für Introvertierte beim Business Networking eingeht.

Diesen Artikel möchte ich hier im tamanguu Blog vorstellen, ergänzen und kommentieren.

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Optimiere deine LinkedIn Profil - mit Best Practice Beispielen

Optimiere deine LinkedIn Profil - mit Best Practice Beispielen

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Was in der analogen Welt Visitenkarten sind, sind in der digitalen Welt die Profile in Business Netzwerken. Internationaler Platzhirsch ist hier LinkedIn. Im deutschsprachigen Raum ist XING ebenfalls zu nennen. Die Beispiele und Tipps in diesem Artikel beziehen sich auf LinkedIn.

Die Tipps in diesem Artikel untermauere ich mit konkreten Beispielen von inspirierenden Profilen. Vielen Dank an dieser Stelle schon mal an meine Best Practice Partner, dass ich eure Profile hier als Best Practice Beispiele verlinken darf:
Angela Beeching, Music Career Coach, Speaker, Author: https://www.linkedin.com/in/angelabeeching/
Thomas Offner, Quarterback bei PwC: https://www.linkedin.com/in/offner/
Matthias Reinholz, Digital Strategy & Marketing Consultant: https://www.linkedin.com/in/matthiasreinholz/

Dieser Artikel ist eine Ergänzung zur tamanguu Networking Master Class. Melde dich für die kostenlose step-by-step Networking Master Class über das Eingabefeld im Banner oben rechts auf dieser Seite an!

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5 essentielle Tipps, wie du Geschäftsreisen effektiver machst

5 essentielle Tipps, wie du Geschäftsreisen effektiver machst

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Kürzlich war ich mal wieder unterwegs, um für tamanguu potentielle Geschäftspartner oder Kunden zu treffen. Ich mag solche Trips, auch wenn sie mental und körperlich durchaus fordernd sein können. Das Schöne aber ist, dass ich interessante Menschen treffe, kennen lerne und mich mit ihnen austausche. Und nebenbei unser Startup tamanguu voranbringe.

Grundsätzlich sind Geschäftsreisen fester Bestandteil des heutigen Berufslebens. Potentielle Geschäftspartner oder Kunden persönlich in ihrem Umfeld zu treffen ist das qualitativ stärkste, was man in Sachen Beziehungspflege und Networking machen kann. Manche Geschäftsreisen sind ein voller Erfolg - so wie mein jüngster Trip. Andere sind nicht wirklich befriedigend.

Damit letzteres nicht passiert, kommen hier meine 5 essentiellen Tipps für effektivere Geschäftsreisen! Konkret am Beispiel der Geschäftsreise, die ich gerade hinter mir habe.

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